FC Bayern Basketball

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matchreport // 01.02.2017 22:58 Uhr

Nach Verlängerung: Bayern gewinnen Krimi gegen Ulm 101:98

Die Basketballer des FC Bayern München haben auch das Rückspiel in der EuroCup-Zwischenrunde gegen Ulm mit 101:98 (42:40, 86:86) nach Verlängerung für sich entschieden und bleiben auch im achten Spiel 2017 ungeschlagen. Vor 5.136 Zuschauern im Audi Dome lieferten sich die Bayern ein packendes Kopf-an-Kopf-Rennen und standen in der Crunchtime des vierten Viertels gegen den ungeschlagenen BBL-Tabellenführer beinahe mit leeren Händen da, aber ein Buzzerbeater von FCBB-Kapitän Bryce Taylor rettete die Münchner in die Verlängerung. In den zusätzlichen fünf Minuten Spielzeit avancierte Reggie Redding mit sieben Punkten zum spielentscheidenden Werfer. Devin Booker war mit 18 Punkten der erfolgreichster Schütze der Münchner. Neuzugang Maik Zirbes wurde noch geschont.

Die Bayern liegen vor dem abschließenden Top16-Spiel in Moskau auf Gruppenplatz eins und würden aktuell im Viertelfinale auf den spanischen Vertreter Unicaja Malaga treffen.

Bereits am Samstag, 4. Februar (20.30 Uhr), kommt es im Audi Dome zum nächsten Highlight, wenn die Skyliners Frankfurt zum 90er-Spieltag anreisen. Tickets für alle kommenden Heimspiele und das TOP FOUR am 18./19. Februar in Berlin sind auf www.fcb-basketball.de erhältlich.

Die Punkteverteilung nach Spielabschnitten: 20:22, 22:18, 21:21, 23:25, 15:12.

Für den FC Bayern Basketball spielten: Devin Booker (18 Punkte/8 Rebounds), Bryce Taylor (17/3 Dreier), Reggie Redding (14/2), Anton Gavel (10), Maxi Kleber (10), Vladimir Lucic (9/11 Reb), Nick Johnson (9), Danilo Barthel (9), Nihad Djedovic (5), Alex King, Georg Beyschlag (dnp), und Karim Jallow (dnp).

Die Stimmen zum Spiel:

Sasa Djordjevic, Cheftrainer des FCBB:  „Ulm hat heute gezeigt, warum sie aktuell Tabellenführer in der Bundesliga sind. Ich bin vor allem von den jungen Ulmer Spielern positiv überrascht. Es ist schön zu sehen, wenn Youngster so aufspielen. Wir haben heute zu ängstlich gegen ihre Defensive agiert. Wir müssen schlauer spielen und einfachere Wege zum Korb finden. Für uns war es aber natürlich wichtig, so ein Spiel in der Verlängerung zu gewinnen. Daraus können wir nur lernen.“

Thorsten Leibenath, Cheftrainer Ulm: „Es war ein gutes Spiel. Ich glaube, dass der Sieg der Bayern heute in Ordnung geht, auch wenn man sagen muss, dass er mehr als knapp war und sich wohl niemand beschweren könnte, wenn wir am Ende das Ding nach Hause gefahren hätten. Wenn man aus dem Wettbewerb ausgeschieden ist, kann man entweder das Spiel vorher abschenken oder man kann mit Stolz agieren. Wir haben heute mit Stolz agiert.“

1. Viertel

FCBB-Coach Sasa Djordjevic baute im dritten Aufeinandertreffen mit Ulm seit Weihnachten auf die erste Fünf Anton Gavel, Reggie Redding, Bryce Taylor, Maxi Kleber und Devin Booker. Die Münchner kamen gegen die im EuroCup noch sieglosen und ohne Per Günther angetretenen Ulmer etwas mühsam ins Spiel, die Führung wechselte mehrfach (5:3/2. - 11:12/6.).  Ein deutlicher Wermutstropfen war eine leichte Sprunggelenksverletzung von Anton Gavel, der nach einem Distanzwurf umgeknickt war und zur Behandlung ausgewechselt werden musste. Auf beiden Seiten lief nicht viel zusammen, die Fehlerquote war insgesamt recht hoch. FCBB-Coach Sasa Djordjevic war nach einem ärgerlichen Ballverlust seines Teams recht unzufrieden, weil dieser den Ulmern die erneute Führung ermöglichte (15:17/9.), und bat zur Auszeit. Nick Johnson traf den Buzzerbeater-Dreier zum 20:22 nach den ersten zehn Spielminuten.

2. Viertel

Nihad Djedovic brachte sich mit fünf Punkten in Folge wertvoll ein (25:22/12.), doch eine suboptimale Chancenverwertung der Münchner ermöglichte den Ulmern einen 7:2-Lauf und die erneute Führung (27:29/14.). Zur Erleichterung der Fans stand Anton Gavel wieder zur Einwechslung bereit, und Kapitän Bryce Taylor fand in die Spur und erzielte seine ersten Punkte der Partie (33:29/15.). Ulm nutzte jede Chance, die sich durch die Nachlässigkeiten der Bayern ergab, und das waren für den Geschmack von FCBB-Coach Djordevic einfach zu viele, nach dem Ausgleich zum 33:33 (16.) nahm er wieder eine Auszeit. Während der letzten 80 Sekunden vor der Halbzeit wechselte die Führung mit quasi jedem Angriff, letztendlich hatten die Bayern nach 20 Spielminuten knapp die Nase vorn - 42:40.

3. Viertel

Die zweite Hälfte begann mit einem Paukenschlag durch Vladimir Lucic, der in die Ulmer Zone einflog und den Alley-Hoop-Dunking spektakulär in den Korb stopfte (44:40/21.). Die Münchner gingen spürbar engagierter zu Werke und setzten sich durch Korberfolge von Vladimir Lucic, Reggie Redding und Maxi Kleber etwas ab (52:45/24.), aber mit den in der BBL noch ungeschlagenen Ulmern ist immer zu rechnen: Durch einen 11:0-Lauf der Gäste gerieten die Münchner wieder ins Hintertreffen (52:55/25.). Danilo Barthel agierte überlegt und solide, erzielte fünf Punkte in Folge und führte die Roten wieder heran und an den Ulmern vorbei (57:55/27.). Das Spiel war eng und spannend, nach dem dritten Spielabschnitt lagen die Bayern 63:61 vorne.

4. Viertel

Die Münchner verteidigten jetzt endlich energischer und kontrollierten den Defensivrebound, vorne wurde geduldig gepasst und der bestpostierte Werfer gesucht: Maxi Kleber und Bryce Taylor trafen jeweils einen Dreier (74:66/34.). Der Tabellenführer der BBL aus Ulm suchte seinen Star Raymar Morgan, der zwei Mal traf und FCBB-Coach Sasa Djordjevic zur Auszeit veranlasste (74:70/35.). Die Unterbrechung verhinderte den 9:0-Lauf der Gäste und deren erneute Führung allerdings nicht (74:75/36.). Die Bayern konterten über ihre Bigmen Danilo Barthel und Devin Booker (78:75/37.). Es kam zur nervenaufreibenden Crunchtime: Devin Booker zog das fünfte Foul von Raymar Morgan, traf aber nur einen Freiwurf (83:83). Die Ulmer spielten die 25 verbleibenden Sekunden fast vollständig herunter und verfehlten das Ziel, aber Ulms Till Pape holte den Offensivrebound, wurde beim erfolgreichen Wurf gefoult und traf den Bonus-Freiwurf (83:86). Nach einer Auszeit erhielt Bryce Taylor innerhalb der verbleibenden 2,8 Sekunden gerade noch rechtzeitig den Ball und versenkte den Buzzerbeater-Dreier aus der Drehung und gegen den Verteidiger zum 86:86-Ausgleich - die Fans rasteten aus und feierten die buchstäblich in letzter Sekunde abgewendete Niederlage und die bevorstehende Verlängerung.

Verlängerung

Ulm eröffnete die spannende Zugabe mit einem Dreier, aber Anton Gavel und Bryce Taylor trafen und sorgten für die 90:89-Führung der Roten (42.). Der Kampf der Kontrahenten war erbittert, spektakulär und großartig: Erneut wechselte die Führung mehrfach, aber 19 Sekunden vor dem Ende hatte der mit sieben Punkten in der Verlängerung auffälligste Akteur der Bayern, Reggie Redding, zum 99:96 getroffen. Nach der Ulmer Auszeit verwarfen die Gäste, die Bayern sicherten den Rebound zum Sieg. Maxi Kleber wurde zwar noch einmal gefoult, verwandelte aber beide Freiwürfe, so dass nichts mehr anbrannte.