FC Bayern Basketball

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matchreport // 13.05.2017 23:15 Uhr

80:73: Bayern erkämpft sich den Matchball zum Halbfinale

Der FC Bayern Basketball hat das dritte Spiel der Best-of-five-Serie im Playoff-Viertelfinale gegen Alba Berlin dank eines leidenschaftlichen Schlussspurts 80:73 (37:34) gewonnen und reist mit einer 2:1-Führung im Gepäck zum vierten Aufeinandertreffen am Dienstag nach Berlin. Vor 6.553 Zuschauern im Audi Dome schenkten sich die Kontrahenten rein gar nichts und kämpften verbissen um jeden Zentimeter Parkett: In der ersten Halbzeit hatten die Münchner die Berliner teilweise klar im Griff, doch die Albatrosse wendeten das Blatt im dritten Spielabschnitt und lagen bereits neun Punkte in Führung. Eine beeindruckende Teamleistung im letzten Viertel und eine starke Verteidigung der Bayern während der letzten vier Minuten, die keinen einzigen Punkt der Albatrosse mehr zuließ, sorgten für den Erfolg. Vladimir Lucic war mit  14 Punkten der erfolgreichste Werfer der Münchner. Danilo Barthel musste wegen seiner Bänderverletzung weiterhin pausieren.

Am kommenden Dienstag, 16. Mai, will der FCBB in Berlin den Sack zumachen - sollte dies nicht gelingen und das entscheidende fünfte Spiel nötig werden, haben die Münchner am Donnerstag, 18. Mai, um 20.30 Uhr im Audi Dome den Matchball.

Klar ist in jedem Fall, dass die Bayern ein weiteres Heimspiel im Audi Dome haben: Entweder besagtes Spiel fünf gegen Berlin oder ein Halbfinalspiel gegen den Sieger der Serie Bamberg/Bonn. Der Ticketverkauf dafür hat bereits begonnen.

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Die Punkteverteilung nach Vierteln: 22:16, 15:18, 21:27, 22:12.

Für den FC Bayern Basketball spielten: Vladimir Lucic (14 Punkte/5 Rebounds), Bryce Taylor (13), Nihad Djedovic (10), Anton Gavel (8), Maik Zirbes (8), Devin Booker (8), Maxi Kleber (7/7 Reb), Reggie Redding (7/5 Reb), Dru Joyce (3), Alex King (2), Nick Johnson und Karim Jallow (dnp).

Die Stimmen zum Spiel:

Sasa Djordjevic, Cheftrainer des FCBB:  „Das war ein hartes Spiel. Alba hat gleich da weitergemacht, wo sie beim letzten Spiel aufgehört haben. Sie waren energiegeladen und aggressiv auf dem Feld. Nach unserem schlechten Start im dritten Viertel haben wir doch noch die passende Antwort gegeben. Unser Spielaufbau lief mit zwei Point Guards besser, und wir haben uns Punkt um Punkt in das Spiel gearbeitet. Spiel vier wird nun nicht weniger fordernd werden. Wir hoffen, dass Danilo Barthel bis dahin zurück ist, er fehlt unserer Rotation sehr.“

Thomas Päch, Cheftrainer Berlin: „Bayern hat heute gerade in der Schlussphase eine unglaubliche Energieleistung abgeliefert und das Spiel gekippt. Andererseits muss ich meiner Mannschaft heute ein riesiges Kompliment machen. Gerade im dritten Viertel hatten wir eine Chance, das Spiel hier heute zu gewinnen. Leider sind wir am Ende nicht mit dem Druck und der Physis klar gekommen. Gerade im letzten Viertel wurden jedoch auf beiden Seiten Kontakte nicht gleichwertig gepfiffen. Wir haben mehr gefoult als München, und München hat auch sicher mehr attackiert, aber trotzdem gab es Pfiffe, die einfach gefehlt haben.“

1. Viertel

Als erste Fünf von FCBB-Coach Sasa Djordjevic starteten Anton Gavel, Bryce Taylor, Vladimir Lucic, Maxi Kleber und Maik Zirbes. Der Kapitän des FCBB ging vorbildlich voran, verlud seinen Gegenspieler mit einem gewitzten Dribbling und erzielte die ersten Punkte für die Münchner mit einem Sprungwurf (2:0/1. Spielminute), kurz darauf auch den zweiten Korb per Dunking (4:2/2.). Die Bayern nahmen ordentlich Fahrt auf und legten einen begeisternden 12:0-Lauf auf das Parkett, der nicht einmal von einer Berliner Auszeit gestoppt werden konnte (14:2/5.). Die Variante, den Berlinern gleich von Beginn an den Schneid abzukaufen, war ganz nach dem Geschmack der Bayern-Fans, im Audi Dome herrschte eine kribbelnde Playoff-Atmosphäre vom Feinsten. Die Berliner fingen sich danach aber etwas und kamen in den einstelligen Bereich heran (20:11/9.), die Bayern trafen nicht mehr ganz so hochprozentig und vergaben zwei Chancen von der Freiwurflinie. Nach dem ersten Viertel führten die Bayern 22:16.

2. Viertel

Alex King wurde von Reggie Redding beim Fastbreak effektiv bedient, eine giftige Verteidigung und fünf Djedovic-Punkte in Folge vergrößerten den Vorsprung der Roten auf 29:16 (13.). Einen 6:0-Lauf der Hauptstädter stoppte Devin Booker mit einer dynamischen Bewegung zum Korb (31:22/16.). Die Münchner hatten jetzt wiederholt Mühe gegen die extrem aggressive Verteidigung der Albatrosse, FCBB-Coach Sasa Djordjevic bat angesichts des geschmolzenen Vorsprungs zur Auszeit (31:26/18.). Ein erfolgreiches Drei-Punkt-Spiel von Vladimir Lucic verhalf den Bayern wieder in die Spur (34:27/8.). Die letzte Minute vor der Pause war an Intensität nicht zu überbieten, beide Teams kämpften mit Zähnen und Klauen darum, mit einer Führung in die Kabine zu gehen, die Münchner hielten die Berliner 37:34 in Schach.

3. Viertel

Die Bayern hatten nach dem Seitenwechsel Mühe, was die Berliner sofort zu nutzen wussten und das Blatt wendeten (43:44/23.). Mit dem Mute der Verzweiflung rannten sich die Bayern in der Verteidigung der Gäste fest und brachten nichts Zählbares zustande. Berlin nutzte die Gunst der Stunde und pirschte sich weiter davon - Auszeit München (43:49/24.). Ein Block von Maxi Kleber, mit dem er den eigenen Ballverlust wettmachte, pushte das Publikum und ermöglichte den Fastbreak, der von Maik Zirbes problemlos abgeschlossen wurde (46:49/25.). Pünktchen um Pünktchen rackerten sich die Roten wieder heran (49:51/26.). Die Berliner mussten ihrer aggressiven Verteidigungsweise Tribut zollen: Mit Siva und Robinson hatten bereits zwei Akteure vier Fouls angesammelt und wurden vom Berliner Coach Thomas Päch auf die Bank beordert. Dennoch mussten die Bayern die Berliner wieder wegziehen lassen (51:60/28.). Die Fans standen Kopf, feuerten die Münchner frenetisch an und ersehnten die Initialzündung zur Kehrtwende - und sie kam: Reggie Redding traf per Sprungwurf, Bryce Taylor räumte hinten einen Korbleger ab, und Devin Booker versenkte den Tipp-Dunk zum 55:60 (29.). Bryce Taylor versenkte den Dreier zum 58:61 zur letzten Viertelpause.

4. Viertel

FCBB-Kapitän Bryce Taylor ergriff auch im letzten Viertel umgehend die Initiative, verwandelte einen Sprungwurf zum 60:61 und „errackerte“ auch die nächsten vier Punkte zur 64:63-Bayern-Führung. Der Audi Dome stand Kopf! Dru Joyce sorgte mit einem Dreier für wertvolle Entlastung und um so wichtigere Punkte (67:65/34.). Zwei Dreier in Folge der Berliner brachten die Gäste wieder in Führung (70:71/35.), Vladimir Lucic traf einen extrem wichtigen Dreier zum 73:73-Ausgleich, Maik Zirbes setzte sich unter dem Korb durch und zwang die Berliner zur Auszeit (75:73/37.). Eine leidenschaftliche Defensive beider Mannschaften machte das Spiel zu einem einzigartigen Spektakel, beide Kontrahenten neutralisierten sich über zwei Minuten lang, ehe sich Reggie Redding ein Herz fasste, durch die Berliner Zone zog und im Rückwärtsfallen zum 77:73 traf (39.). Nihad Djedovic gab sich von der Freiwurflinie fast keine Blöße mehr, verwandelte drei von vier Versuchen und brachte die 2:1-Führung der Bayern in der Viertelfinale-Serie in trockene Tücher. Der Schlüssel war jedoch eine sensationelle Verteidigungsleistung des Teams während der letzten vier Spielminuten, durch die den Berlinern kein einziger Punkt mehr gelang.