FC Bayern Basketball

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Basketball-Tradition im FC Bayern München

1946: Die Abteilungsgründung

Basketball hat beim FC Bayern München (gegründet am 27. Februar 1900) eine lange Tradition. Bereits 1946 wurde die Abteilung vom deutschen Basketball-Pionier Franz Kronberger gegründet. Kronberger, der eigentlich als ein passionierter Fußballspieler galt, musste aufgrund einer Kriegsverletzung die Fußballschuhe an den Nagel hängen und fand fortan im Basketball seine neue Passion. Nach dem Krieg war es vor allem Kronbergers Einsatz und seiner Leidenschaft zu verdanken, dass der jungen Abteilung in München überhaupt bespielbare Sportstätten zur Verfügung standen.

Die 1950er: Erste Meisterschaft und Titelverteidigung

Der Grundstein für Basketball beim FC Bayern war gelegt und die ersten Erfolge ließen nicht allzu lange auf sich warten: 1954 feierte der FC Bayern Basketball in Heidelberg den Gewinn der deutschen Meisterschaft, ein Jahr später gelang der Mannschaft um Franz Kronberger in Berlin die Titelverteidigung. Zum Team gehörte unter anderen Markus Bernhard, der in seiner Sportlerkarriere etwas Einzigartiges vollbrachte: Aus heutiger Sicht undenkbar, war der viermalige deutsche Basketballmeister (1947 und 1949 mit dem MTSV Schwabing) und Nationalspieler auch im Handball erfolgreich und wurde mit der Handball-Nationalmannschaft zweimal Feldhandball-Weltmeister und 1954 Hallenhandball-Vizeweltmeister.

Meisterkader 1954. Stehend (von links nach rechts): Alex Drogolowitsch, Max Braun, Walter Dassel, Franz Kronberger, Markus Bernhard; kniend (v.l.n.r.): Heinz Kinader, Rudi Vogt, Hans Beyer, Rudolf Hohner.

Im Jahr 1956 fand ein für Münchner Verhältnisse einmaliges Spektakel statt, als die "Roten" im Grünwalder Stadion das Vorspiel der Fußball-Begegnung FC Bayern gegen Budapest bestritten und vor der für damalige Verhältnisse gewaltigen Kulisse von 28.000 Zuschauern unter freiem Himmel gegen Lancia Bolzano spielten und mit 54:46 gewannen.

Die FCB-Basketballer bestritten das Vorspiel der Fußball-Begegnung des FC Bayern.

Die 1960er: Pokalerfolg

1966 hatte der FCBB erneut die Chance auf den nationalen Meistertitel, allerdings scheiterte die Mannschaft in der Münchner McGraw-Kaserne im Halbfinale am späteren Champion USC Heidelberg (74:86). Im selben Jahr erfolgte die Gründung der deutschen Basketball-Bundesliga durch den DBB. Als Gründungsmitglied beendete der FC Bayern Basketball die erste Bundesliga-Saison auf dem vierten Tabellenplatz.

Mit dem Pokalsieg 1968 konnten die Bayern einen weiteren nationalen Titelgewinn in ihrer frühen Vereinsgeschichte verzeichnen. Damals standen im Team von Trainer Franz Kronberger Nationalspieler wie Hansjörg Krüger, Klaus Schulz oder Dieter Schneider, die sich im Endspiel gegen den MTV Wolfenbüttel 59:55 durchsetzten.

Die Pokalsiegermannschaft des FC Bayern von 1968. Stehend (v.l.n.r.): Josef Regiert (Betreuer), Dr. Klaus Schulz, Jay Johnson, Fritz Feilner, Dieter Schneider, Anton Grässle, Hans-Jörg „Gigs“ Krüger, Franz Kronberger (Trainer); kniend (v.l.n.r.): Willy Zeiträg, Peter Zilliger, Jürgen Schröder.

Basketball-Legende Dr. Klaus Schulz

Klaus Schulz (geb. am 26.5.1936) führte den FC Bayern in der Saison 1967/68 zum Pokalsieg und ist eine der prägendsten Figuren in der deutschen Basketballgeschichte. Der Nationalspieler (73 Einsätze) war der erste deutsche Spieler, der in die spanische Liga wechselte, zu Estudiantes Madrid. Nach seiner aktiven Zeit führte Schulz die erste Mannschaft  in den 80er Jahren als Abteilungsleiter aus der Regionalliga zurück in die Bundesliga. Noch heute lässt sich Schulz, der in München eine Anwaltskanzlei betreibt, selten ein Heimspiel der Bayern im Audi Dome entgehen.

Die 70er und 80er Jahre: Ein Auf und Ab

Nach acht Jahren im Basketball-Oberhaus folgte 1974 der schwere Gang in die Regionalliga. Erst 1982 gelang den Bayern der Sprung in die zweite Liga, in der sie als Aufsteiger den zweiten Tabellenplatz nach der Hauptrunde erreichten. Insgesamt fünf Jahre kämpften die Bayern um die Rückkehr auf die Erstliga-Bühne. Angeführt von Sprungwunder Cedric Robinson, George Devone und Peter Kemmer (der sich von 1988 bis 2013 als Abteilungsleiter im Verein engagierte) erreichte das Team von Cheftrainer Gregor Aas überraschend das Pokal-Halbfinale und schaffte schließlich 1987 in der 2. Basketball-Bundesliga Süd 1987 den Wiederaufstieg. Der Traum vom Basketball-Oberhaus sollte allerdings nicht allzu lange währen, bereits zwei Jahre später folgte der erneute Abstieg.

Die Mannschaft 1987/88, stehend (v.l.n.r.): Gregor Aas (Trainer), Peter Durner, George Devone, Cedric Robinson, Bob Miller, Gerhard Werner, Klaus Nowak; kniend (v.l.n.r.): Jochen Trux, Horst Wester, Peter Kemmer, Bernd Perner, Gernot Bleichner, Marko Woytowicz.

Die 90er Jahre bis 2008

Während die deutsche Nationalmannschaft 1993 unter der Führung von DBB-Trainer Svetislav Pesic in der Münchner Olympiahalle mit einem sensationellen Erfolg im EM-Finale gegen Russland überraschte, brachen für die Basketballer des FC Bayern München mit dem Gang in die Regionalliga Südost gemäßigte Zeiten an. Zwar war der FCBB 1995/96, 1999/2000 sowie 2004/05 jeweils ein Jahr zweitklassig vertreten, aber im Wesentlichen gingen die Bayern in der Regionalliga auf Körbejagd, das aber erfolgreich: Insgesamt sieben Meistertitel konnten die Münchner von 1981 bis 2008 in der Regionalliga an die Säbener Straße holen.

Zum Ende der Saison 2007/08 wurden die Weichen einer neuen Zeitrechnung für den Basketballsport beim FC Bayern gestellt. Als Regionalliga-Meister erhielten die Münchner die Spielberechtigung für die zweitklassige ProA - und die Idee, Spitzenbasketball in München zu etablieren, nahm allmählich konkrete Formen an. Bei einer Mitgliederbefragung im Frühjahr 2010 stimmte eine überwältigende Mehrheit dafür, Basketball künftig als zweiten Sport im Verein neben Fußball zu unterstützen. In Vereinspräsident Uli Hoeneß und dem 2. Vizepräsidenten Bernd Rauch fand die „Mission Aufstieg“ tatkräftige Förderer.

2011: Mission Aufstieg erfolgreich gemeistert

In der Saison 2010/11 wurde die „Mission Aufstieg“ in Angriff genommen, als Spielstätte diente die Eissporthalle im Olympiapark. Cheftrainer Dirk Bauermann, damals noch Bundestrainer, sowie die Nationalspieler Steffen Hamann und Demond Greene wurden verpflichtet, um das Ziel zu erreichen, mit Erfolg: Bereits sieben Spieltage vor Saisonende standen die Bayern als ProA-Champion fest.

In der ersten BBL-Saison 2011/12 gelang den Bayern als Neuling mit Rang fünf nach der Hauptrunde gleich der Sprung in die Playoffs, wo sie sich allerdings in einer dramatischen Serie über fünf Spiele gegen die Artland Dragons im Viertelfinale geschlagen geben mussten. Im November 2012 übernahm Svetislav Pesic das Traineramt und führte die Münchner bis ins Playoff-Halbfinale. Im entscheidenden fünften Spiel unterlag der FCBB in Bamberg gegen den späteren Meister Brose Baskets.

Der Audi Dome: Ein neues Wohnzimmer für den FCBB

Mit dem Wiederaufstieg in die Basketball-Bundesliga wurde auch eine erstligataugliche Spielstätte für die Bayern-Basketballer benötigt. Als neues Wohnzimmer wurde die Rudi-Sedlmayer-Halle auserkoren. Die Arena am Münchner Westpark war als Austragungsort des olympischen Basketball-Wettbewerbs 1972 errichtet worden und diente bis zur Schließung 2003 als Veranstaltungsort für Konzerte und diverse Sportveranstaltungen wie Box-Wettkämpfe. Nach einer grundlegenden Modernisierung wurde der nun 6.700 Zuschauer fassende „Audi Dome“ am 20. September 2011 offiziell mit einem Freundschaftsspiel gegen den türkischen Verein Fenerbahce Ülker eingeweiht.

2014: Die erste Meisterschaft nach 59 Jahren und Top16-Teilnahme beim Debüt in der Euroleague

In die Spielzeit 2013/14 startete ein verstärktes Bayern-Team mit dem Ziel, um die deutsche Meisterschaft mitspielen zu wollen. Zudem erhielt der FCBB von der Euroleague eine Wildcard zur Teilnahme an der Königsklasse zugesprochen. Die Mannschaft um Chefcoach Svetislav Pesic meisterte sprichwörtlich das enorme Pensum: Nach 34 Spieltagen der Bundesliga-Hauptrunde erreichten die Münchner souverän den ersten Platz und sicherten sich damit zum ersten Mal die beste Ausgangslage für die Playoffs. Den Bayern gelangen unter anderem zwei Siege über den bisherigen Titelträger Bamberg, der zweite gegen Ende der regulären Saison auswärts vor 6.800 fränkischen Fans (76:75). US-Spielmacher Malcolm Delaney wurde als erster Bayern-Profi zum wertvollsten Spieler der regulären Saison (MVP) gekürt.

Auch in der Euroleague sorgte der Debütant aus München für Furore. Die FCBB-Premiere in der Champions League des Basketballs stieg am 20. September 2013 beim polnischen Meister Stelmet Zielona Gora und endete mit einem 94:73-Erfolg. Nach drei weiteren Vorrundensiegen qualifizierte sich der FCBB für die Top16-Runde mit 14 weiteren Spieltagen. Höhepunkt war dort der spektakuläre 85:83-Heimsieg gegen Real Madrid. Mit insgesamt fünf Erfolgen verfehlten die Bayern in ihrer Gruppe knapp die Runde der besten acht Teams. Im deutschen Pokalwettbewerb zogen die Münchner erneut ins Endturnier ein, der Finaleinzug wurde jedoch verpasst.

Im nationalen Playoff-Viertelfinale gegen Ludwigsburg setzte sich Bayern deutlich mit 3:1-Siegen durch; man ließ sich dabei auch von einem umstrittenen Wiederholungsspiel und den gravierenden Verletzungen von Topscorer Nihad Djedovic sowie Jungprofi Paul Zipser nicht vom Weg abbringen. Ohne die beiden ging es ins Halbfinale gegen den Vorjahresfinalisten Oldenburg. Nach einer 2:0-Führung gelang den Norddeutschen der Ausgleich, doch im entscheidenden fünften Spiel triumphierte der dominante FCBB beim 88:63 vor heimischer Kulisse und zog erstmals in ein Playoff-Finale ein.

Der Endspiel-Gegner hieß ALBA Berlin. Gegen den Pokalsieger gelang zum Auftakt im restlos ausverkauften Audi Dome ein 88:81, in Berlin gewannen die Gastgeber 95:81. Den ersten Matchball zum Titelgewinn holte sich das Pesic-Team in Spiel drei: Nach dramatischen 40 Minuten und einer Energieleistung hieß es 92:86. Im vierten Duell ließen sich die Münchner die historische Chance nicht entgehen: Vor 13.434 Zuschauern in der Arena am Berliner Ostbahnhof, darunter mehr als 500 mitgereiste Bayern-Fans, triumphierten die Gäste am 18. Juni 2014 mit 75:62 Punkten und feierten überschwänglich den ersten Gewinn der deutschen Meisterschaft seit 59 Jahren. Kuriosum am Rande: Auch die bis dahin letzten Meistertitel 1954 und 1955 hatten die Bayern in Berlin gegen Teams aus der Hauptstadt gewinnen können.

Malcolm Delaney wurde als MVP der Finalserie ausgezeichnet, ehe FCBB-Kapitän Steffen Hamann den silbernen Meisterpokal in Empfang nahm. Nach der Rückkehr am Tag darauf feierten die Bayern in München mit rund 1.000 Fans vor dem Audi Dome ihren ersten Titelgewinn in der Beko BBL. Insgesamt hatte die Mannschaft die deutsche Rekordzahl von 75 Pflichtspielen absolviert. Zu den 37 Heimspielen in den drei Wettbewerben strömten im Schnitt mehr als 6.000 Zuschauer in den Audi Dome.

Der Meisterkader 2013/14: Robin Benzing, John Bryant, Malcom Delaney, Nihad Djedovic, Steffen Hamann (Kapitän), Demond Greene, Yassin Idbihi, Mauricio Marin, Boris Savovic, Heiko Schaffartzik, Lucca Staiger, Bryce Taylor, Deon Thompson, Chevon Troutman, Malo Valérien, Paul Zipser.

Überführung in die „FC Bayern München Basketball GmbH“ 

Zum 1. Oktober 2014 gab sich der FC Bayern Basketball eine neue Betriebsform: Der wirtschaftliche Geschäftsbetrieb Basketball wurde aus dem FC Bayern München eV ausgegliedert und in die Gesellschaftsform einer GmbH überführt. Zur „FC Bayern München Basketball GmbH“ gehören der Profikader des Deutschen Meisters, die Geschäftsstelle, die Spiel- und Trainingsstätte Audi Dome und alle diesbezüglichen Rechtsgeschäfte. Alleiniger Gesellschafter der GmbH ist der FC Bayern München eV; gleichberechtigte Geschäftsführer sind Marko Pesic (Schwerpunkte Sport und Marketing) und sein bisheriger Stellvertreter Volker Stix (Finanzen und Organisation).

2015 – 2017

Das Bild in der Saison 2015/16 blieb vorerst dasselbe. Die Bayern spielten teils begeisternden Basketball, zu einem Titel reichte es aber auch in diesem Jahr knapp nicht. Besonders beim Top Four in eigener Halle fehlten nur Sekunden zum ersten Pokalsieg seit 1968. Nachdem zuvor Bamberg in einem epischen Halbfinale geschlagen worden war, spielte Alba Berlin den Spielverderber und traf zwei Sekunden vor Schluss den entscheidenden Wurf zum Titel. Von dieser Enttäuschung erholte sich das Team von Headcoach Svetislav Pesic nicht mehr, denn auch in der Liga war nach einem knappen Viertelfinal-Sieg über Ludwigsburg erneut Bamberg Endstation. Das 0:3 im Playoff-Halbfinale war der enttäuschende Schlusspunkt einer Saison mit etlichen Höhen und Tiefen. Und es sollte der Start einer neuen Ära im Audi Dome sein.

Denn im Sommer 2016 musste Meistertrainer Svetislav Pesic aufgrund einer anstehenden Knieoperation den Platz auf der Trainerbank räumen, ihn ersetzte kein Geringerer als der ehemalige Weltklasse-Point Guard Sasa Djordjevic. Mit ihm und um ihn bastelte der FCBB an einem Team, das die Fans im Audi Dome mit seiner spektakulären Spielweise begeistern konnte. Devin Booker, Maxi Kleber, Vladimir Lucic oder Danilo Barthel ließen die Korbanlagen regelmäßig erzittern.

Das neu formierte FCBB-Team überzeugte somit gleich in seiner ersten Saison, denn nur drei Niederlagen in der Hauptrunde bedeuteten einerseits einen neuen Vereinsrekord, andererseits startete München dennoch „nur“ als Dritter in die Playoffs. Dort kam es zum Duell mit dem Dauerrivalen Alba Berlin, das die Bayern souverän 3:1 für sich entscheiden konnten. Es folgte quasi die Wiederholung der Vorkommnisse aus der Vorsaison, denn erneut war für den FCBB im Playoff-Halbfinale gegen Bamberg Schluss. Erneut hieß es am Ende 0:3 aus Sicht der Bayern, wobei die Serie in diesem Jahr deutlich knapper war als 2016. Dennoch stand auch im Sommer 2017 eine titellose Spielzeit in den Büchern, da die Münchner im Pokalfinale in Berlin ebenfalls gegen Bamberg mit der allerletzten Aktion das Spiel verloren.

Und auch international scheiterte der FCBB im Eurocup-Viertelfinale am späteren Titelträger aus Malaga. Bereits im Jahr zuvor war in der Runde der letzten Acht gegen den späteren Champion Galatasaray Istanbul Endstation.

Nachweis der dennoch guten Arbeit der Münchner Basketballer war der Wechsel von Maxi Kleber zu den Dallas Mavericks. Denn wie schon im Jahr zuvor Paul Zipser (Chicago Bulls), wusste auch Kleber im Bayern-Dress die NBA-Scouts zu überzeugen und schaffte als zweiter deutscher Bayern-Spieler den Sprung in die stärkste Basketball-Liga der Welt.