04.03.2012

Bayern München überrollt die Artland Dragons

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Dank einer berauschenden Leistung in der zweiten Spielhälfte fahren die Basketballer des FC Bayern München im mit 6.700 Zuschauern erneut ausverkauften Audi Dome einen verdienten und haushohen 97:70-Sieg ein. Steffen Hamann gelingt dabei der tausendste Assist seiner Karriere in der Beko BBL, außerdem entscheidet das Team von FCB-Coach Dirk Bauermann den direkten Vergleich mit Quakenbrück mehr als deutlich für sich.

Die Bayern-Fans mussten zwei Minuten und damit verhältnismäßig lange warten, bis die Roten den ersten Korb erzielten - Jared Homan wurde von Je'Kel Foster schön bedient und hatte keine Mühe, den Ball im Netz unterzubringen. Die Münchner verteidigten gut, hierbei war vor allem Demond Greene gefordert, dessen Aufgabe es war, den quirligen Artland-Floh David Holston an die kurze Leine zu nehmen. Für den ersten bayrischen Jubelsturm an diesem Abend sorgte Kapitän und "Mr. Assist" Steffen Hamann, der den Ball gewitzt stibitzte und gleich selbst per Dunking abschloss (6:3/3. Minute). Die Führung der Bayern hielt bis zur Mitte des Viertels, doch dann konnten die Quakenbrücker zum 10:10 ausgleichen. Die Qualität der Partie bewegte sich auf hohem Niveau - dies lag nicht zuletzt an den gut eingestellten Gästen, die sich von der Kulisse nicht beeindrucken ließen und furchterregend hochprozentig trafen. Zwei Minuten vor dem Ende des ersten Spielabschnittes konnten sich die Dragons etwas absetzen (12:17), ehe Jonathan Wallace seine Qualitäten einbrachte und per Dreier verkürzte. Gleich darauf verwandelte Demond Greene zwei Freiwürfe zum 17:17. Mit einem hauchdünnen 20:21-Rückstand der Bayern ging es in die erste kurze Verschnaufpause.

Den zweiten Spielabschnitt eröffnete Demond Greene mit einem Treffer aus der Ferne, stand dabei aber mit dem großen Zeh auf der Dreierlinie - doch die zwei Punkte genügten, um die Führung zu ergattern (22:21). Die Quakenbrücker legten ebenfalls ordentlich los, doch die Bayern waren auf der Hut und ließen die Gäste konsequent nicht weiter als zwei Punkte enteilen (33:35/16.). Aber dann legten die Bayern zur Freude der höllisch lauten Fans einen 6:0-Lauf aufs Parkett und zwangen die Gäste zur Auszeit (39:35/17.). Quakenbrück kam prompt zurück - die Antwort ist nur 1,70m groß und heißt David Holston. Er drückte den letzten zwei Minuten seinen Stempel auf, war einfach nicht zu stoppen und stellte die Führung der Dragons beinahe im Alleingang her: 48:52 zur Halbzeit.

Die Bayern kamen glücklicherweise hellwach aus der Kabine und ergatterten dank eines Dreiers und eines Korbes aus der Nahdistanz von Topscorer Chevon Troutman die Führung (53:52/23.). Überhaupt waren die ersten Minuten der zweiten Hälfte von den roten Riesen geprägt - die Münchner Center mischten die Drachen fast im Alleingang auf: Jared Homan und „Chevy" Troutman erzielten Punkt um Punkt, bevor Je'Kel Foster zu Beginn der 25. Minute einen Dreier versenkte (60:54) - der Audi Dome tobte. Wenige Aktionen später bebte die Olympische Basketballhalle von 1972 erneut, als Jared Homan erst einen Drachen blockte und Je'Kel Foster im direkt folgenden Angriff den Vorsprung erstmals in den zweistelligen Bereich brachte (64:54/26.). Und tatsächlich: Das Momentum blieb auf Seiten der Bayern, denn die Hausherren im Audi Dome trafen jetzt wesentlich besser und kämpften mit riesiger Entschlossenheit; die Quakenbrücker dagegen hatten offensichtlich ihr Pulver verschossen. Die Münchner bauten den Vorsprung weiter aus und ließen in diesem Viertel lediglich neun (9!) Punkte der Gäste zu: 79:61.

Nach 25 Sekunden im letzten Viertel erhöhte Chevon Troutman den Vorsprung der Bayern erstmals auf 20 Punkte (81:64), und Je'Kel Foster traf rotzfrech aus einem Break heraus erneut einen Drei-Punkte-Wurf (84:61/32.). Den nächsten Korb erzielte Routinier Aleksandar Nadjfeji, nachdem der Ball auf spektakuläre Weise von Je'Kel Foster erobert worden war: Im Stile eines Beach-Volleyballers hechtete er nach dem Ball, den ein Quakenbrücker bereits in den Händen hielt, eroberte den Ballbesitz und passte im Sitzen zu einem Mitspieler. Der Widerstand der Drachen war spätestens jetzt endgültig gebrochen, und die Party im Audi Dome erreichte ihren Höhepunkt. Jan Jagla nutzte seine Spielzeit drei Minuten vor dem Spielende äußerst effektiv, indem er sieben Punkte in Folge erzielte (97:66/39.). Auf Seiten der Gäste erhielt auch der ehemalige Münchner Christian Hoffmann Gelegenheit, sich in seiner Heimat zu präsentieren, doch mehr als etwas Ergebniskorrektur konnte jetzt nicht mehr gelingen. Der FC Bayern siegt eindrucksvoll, und ein begeisterter Uli Hoeneß eilt nach dem Spiel über das Feld, um Coach Dirk Bauermann und dem Team herzlich zu gratulieren.

Stefan Koch, der Trainer der Artland Dragons meinte nach dem Spiel: „Mein Glückwunsch an Dirk Bauermann und seine Mannschaft für einen verdienten Sieg. Die Geschichte des Spiels ist schnell erzählt. Wir haben eine erste Halbzeit gesehen, in der beide Mannschaften mit einem guten offensiven Rhythmus gespielt haben. Zur Pause war klar, dass die Mannschaft, der es gelingt, die Defensiv-Schrauben anzuziehen, auch die Partie gewinnen wird. Das war dann ganz offensichtlich der FC Bayern München und nicht wir. Die Tatsache, dass wir in der zweiten Hälfte jeglichen Fokus verloren haben, ist für mich sehr ernüchternd. Wir haben uns unserem Schicksal ergeben. Ich möchte mich bei allen Fans aus Quakenbrück für unsere Leistung in der zweiten Hälfte entschuldigen."

FCB-Coach Dirk Bauermann resümierte: „Wir sind froh, dass wir nach der starken zweiten Halbzeit in Hagen auch heute wieder eine sehr starke zweite Hälfte gespielt haben. Unsere Strategie war es, von den ersten Minuten an einen hohen Druck auszuüben und Quakenbrück an den Punkt zu bringen, an dem die Kräfte nachlassen. In diesem Moment wollten wir zuschlagen. Das haben die Jungs sehr gut umgesetzt. Die Mannschaft versteht mehr und mehr, wie sie spielen muss. Es wird eine Identität sichtbar. Neben der Tatsache, dass wir heute ein schweres Spiel gewonnen haben, ist es für mich sehr erfreulich zu sehen, dass die Dinge langsam zueinanderfinden. Das Team hat verstanden, wie der FC Bayern Basketball spielen muss, um erfolgreich zu sein."

Am kommenden Samstag um 20.05 Uhr treten die Bayern in Ludwigsburg an, um mit dem frisch gewonnenen Selbstbewusstsein einen weiteren der bislang raren Auswärtssiege zu landen. SPORT1 überträgt die Partie live.

Für den FC Bayern München spielten: Chevon Troutman (26 Punkte/1 Dreier/10 Rebounds), Jared Homan (20), Jonathan Wallace (14/2), Je'Kel Foster (10/2), Jan-Hendrik Jagla (7/1), Steffen Hamann (5/9 Assists), Robin Benzing (4), Demond Greene (4), Aleksandar Nadjfeji (4), Bastian Doreth (3/1), Bogdan Radosavljevic und Philipp Schwethelm.

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